Comet Interceptor

Comet Interceptor wird erstmals einen unbekannten Kometen oder ein unbekanntes interstellares Objekt charakterisieren. Der Fokus liegt auf der Oberflächenzusammensetzung, Form und Struktur sowie dem Aufbau des Gasschweifs. Comet Interceptor besteht aus drei Satelliten, die eine einzigartige Mehrpunkt-Momentaufnahme jener Region ermöglichen, in der der Komet mit dem Sonnenwind wechselwirt. Ergänzt werden die Messungen durch Beobachtungen, die einzelne Satelliten bei anderen Kometen gemacht haben.

Um neue Kometen oder interstellaren Objekten zu entdecken, muss man den Satelliten rechtzeitig warnen und umlenken können. Die Zeit zwischen ihrer Entdeckung und ihrem Durchgang im inneren Sonnensystem war jedoch bislang sehr kurz. Historisch gesehen waren es nur einige Monate bis ein Jahr: viel zu wenig Zeit, um einen Satelliten bauen und starten zu können. Daher wird Comet Interceptor nach dem Start am Lagrange-Punkt L2 "geparkt", bis ein mögliches Zielobjekt entdeckt wird.

Comet Interceptor wird 2028 gemeinsam mit der ESA-Mission ARIEL gestartet. Es ist eine Multi-Satelliten-Mission, die sich aus mehreren Elementen zusammensetzt: die Primärplattform (A), die auch als Kommunikationsknoten fungiert, und zwei Sub-Satelliten (B1 und B2, die von der JAXA bzw. ESA gebaut werden). Dadurch kann das Ziel von mehreren Punkten aus beobachtet werden. Alle Satelliten sind solarbetrieben und bleiben bei L2 und beim Anflug zum Zielobjekt miteinander verbunden. Die Missionsdauer beträgt einige Monate bis Jahre nach der Ankunft in L2. Vor der Begegnung mit dem Zielobjekt, wahrscheinlich einige Wochen vor dem Vorbeiflug, werden die Satelliten voneinander getrennt. Bei sehr aktiven Kometen erfolgt die Trennung früher, um die Satelliten möglichst weit voneinander zu platzieren, während bei Zielen mit geringer Aktivität die Trennung nur wenige Tage vor der Begegnung erfolgt.

Im Rahmen des Dust-Fields-Plasma-Pakets wird das IWF gemeinsam mit dem Imperial College London das Magnetometer auf dem Satelliten B2 bauen und für das Massenspektrometer MANiaC steuert das Institut die Prozessoreinheit samt Software bei.

Nähere Informationen findet man hier.