Es mehren sich die wissenschaftlichen Hinweise, durch Untersuchungen von Isotopenanomalien in den Atmosphären der Planeten Venus und Mars sowie in der Stickstoffatmosphäre des Saturnmondes Titan und Beobachtungen von sonnenähnlichen jungen Sternen im Röntgenbereich, dass die frühe Sonnenaktivität in den ersten 600 Millionen Jahren nach der Entstehung des Sonnensystems um ein vielfaches aktiver war als heute. Diese Erkenntnis ist besonders wichtig für: - Evolution der Planetenatmosphären: Die massiven Teilchenflüsse erodieren die Atmosphären von magnetfeldfreien Planeten und verstärkte Röntgenflüsse produzieren dichtere Ionosphären, die in Folge energiereiche Atome produzieren welche das Schwerefeld des Planeten oder Mondes verlassen können.
- Exobiologie: Die erhöhten EUV und Röntgenflüsse in der Frühzeit des Sonnensystems beeinträchtigen die komplexe organische Chemie und die Bausteine des Lebens in Kometen und in den Resten des protoplanetaren solaren Staub- und Gasnebels.
Ein Sample von neun sonnenähnlichen Sternen im Alter zwischen 70 Millionen und 9 Milliarden Jahren, wurde mit dem ROSAT und dem ASCA Röntgensatelliten im Projekt Sun in Time untersucht. Man fand heraus, dass vor allem die sehr jungen Sonnen während einer Post-T-Tauri Phase eine bis zu 500fach höhere Röntgenaktivität und einen 100 bis 1000fach dichteren Sonnenwind aufweisen.
Da wir im Rahmen unseres Exbiologieprojektes die Effekte von extraterrestrischer Strahlung auf die Bausteine des Lebens untersuchen, wird zur Zeit gerade in einer Diplomarbeit ein theoretisches Modell erarbeitet, dass die frühen Teilchen- und Strahlungsflüsse in unserem Sonnensystem beschreiben und mit den ROSAT-Beobachtungen zur Übereinstimmung bringen sollen.
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