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Das Grazer Team

 

 

RPC-MAG

Eines von insgesamt fünf Teilexperimenten des RPC (Rosetta Orbiter Plasma Consortium) ist das RPC-MAG (RPC-Fluxgate Magnetometer). Es wurde entwickelt, um Magnetfelder in der Umgebung des Kometen Churyumov/Gerasimenko sowie magnetische Eigenschaften des Kometenkerns zu bestimmen. In den zwei Jahren, in denen die Sonde den Kometen begleitet, werden erstmals Langzeituntersuchungen eines Kometenschweifs in situ (vor Ort) durchgeführt.

RPC-MAG besteht aus zwei extrem leichten, triaxialen Fluxgate-Sensoren, die auf einem langen Boom montiert sind. Der Messbereich erstreckt sich von -16.384 nT bis +16.384 nT mit einer Auflösung von 20 Bit und einer Abtastrate von 20 Hz. Die MAG-Sensoren haben in Summe eine Masse von 0,0906 kg. Die Magnetometer-Elektronik, die auch für die weiteren RPC-Instrumente zuständig ist, hat eine Masse von 0,410 kg und braucht nur 675 mW Leistung. RPC-MAG ist eine Weiterentwicklung des Magnetometers der erfolgreichen Technologiemission Deep Space 1 der NASA. Der kommerzielle und wissenschaftliche Einsatzbereich erstreckt sich von industriellen Präzisionsinstrumenten bis zu geplanten Weltraummissionen, z. B.  BepiColombo der ESA.

Das IWF ist besonders an der Bestimmung der elektrischen Leitfähigkeit des Kometenkerns interessiert. Dazu sollen Störungen des interplanetaren Magnetfeldes sowohl von Magnetometer am Orbiter als auch auf der Landesonde (ROMAP) registriert werden. Weiters soll die Wechselwirkung des Kometenkerns mit dem Sonnenwind untersucht werden. Im Gegensatz zu den Missionen zum Kometen Halley im Jahre 1986, an denen das Institut auch teilgenommen hat, wird man erstmals die Daten von Langzeitmessungen verwenden können.

RPC-MAG wurde unter der Federführung des Instituts für Geophysik und Meteorologie der TU Braunschweig, Deutschland, entwickelt. Das IWF hat die Datenerfassungseinheit (siehe Abbildung) entwickelt sowie an Tests und Kalibrierungen in der Industrie und in den Partnerinstituten teilgenommen (Sample Rate and Frequency Response Analysis of Rosetta RPC-MAG, pdf, 7,6 MB). Bedingt durch die Größe des Rosetta-Orbiters war die Bestimmung und Kompensation der magnetischen Streufelder besonders wichtig. Das IWF hat dafür eine spezielle Software entwickelt und die Tests gemeinsam mit der TU Braunschweig durchgeführt (RPC-MAG GSE User Manual, pdf, 1,3 MB).

Weitere Informationen zu RPC-MAG findet man bei der TU Braunschweig.

Letzte Änderung: 05.12.2011
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