20. May 2013
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MERMAG

Im Rahmen des MERMAG-Konsortiums hat das IWF die Federführung bei MERMAG-M, dem Magnetometer auf dem japanischen Orbiter (MMO). Auf dem europäischen Orbiter (MPO) übernimmt das IWF das technische Management bei dem Magnetometer MERMAG-P.

Die Messgeräte basieren auf einem digitalen Fluxgate-Magnetometer, das in einem ähnlichen Design gemeinsam mit dem Institut für Geophysik und extraterrestrische Physik (IGEP) der TU Braunschweig für den Rosetta-Lander, die Raumstation MIR sowie die Missionen THEMIS (Federführung: IGEP) und Venus Express (Federführung: IWF) entwickelt und gebaut wurde. Für BepiColombo muss das Designkonzept wegen der sehr rauen thermischen Bedingungen, die in der Umlaufbahn um den Merkur herrschen, adaptiert werden. Außerdem verlangt das grundsätzlich unterschiedliche Instrumentendesign der beiden Satelliten eine differenzierte Anpassung der Schnittstellen- und Prozessorelektronik. Die Geräte werden mit einem dynamischen Messbereich von etwa ±2000 nT und einer maximalen Vektorrate von 128 Hz ausgestattet sein.

Die wichtigsten wissenschaftlichen Zielsetzungen des Magnetosphärischen Orbiters (MMO) sind die Erforschung der Struktur und Dynamik der Magnetosphäre sowie die Prozesse, die die Wechselwirkung zwischen Magnetosphäre und Sonnenwind auf der einen Seite und der Magnetosphäre und dem Planeten selbst auf der anderen Seite bestimmen. Bei der Erforschung wird man sich auf die Effekte konzentrieren, die sich deutlich von der wesentlich besser bekannten Erdmagnetosphäre unterscheiden: (1) das relativ kleine Eigenfeld des Merkur, (2) die kleine Dimension und die möglicherweise größere Bedeutung von kinetischen Effekten und (3) das Fehlen einer Ionosphäre. Es wird erwartet, dass diese Effekte einen großen Einfluss auf (1) die Rekonnexion der Magnetfeldlinien auf der Tagseite und im Schweif der Magnetosphäre, (2) die Struktur und Dynamik der entlang der Magnetfeldlinien ausgerichteten Stromsysteme und (3) die niederfrequenteren Plasmawellen haben.

Die wichtigste wissenschaftliche Zielsetzung der Magnetfeldmessungen auf dem Planetaren Orbiter (MPO) ist die detaillierte Erforschung des Eigenfeldes und damit verbunden die Bestätigung von Modellen, die das Innere des Merkur beschreiben. Alle erwähnten wissenschaftlichen Zielsetzungen benötigen eine intensive Koordination der Magnetfeldmessungen auf den beiden Satelliten.

Nähere Informationen zu MERMAG-M finden Sie in einem Proposal vom Juli 2004.

 

Beteiligte Institute an MERMAG-M und/oder MERMAG-P:

  • ISAS/JAXA - Institute of Space and Astronautical Science, Japan Aerospace Exploration Agency
  • IGEP/TUBS - Institut für Geophysik und extraterrestrische Physik, TU Braunschweig
  • ICL - The Blackett Laboratory, Imperial College London
  • JHU/APL - Applied Physics Laboratory, Johns Hopkins University
  • Department of Aeronautics and Astronautics, Tokai University
  • Department of Earth and Planetary Sciences, Tokyo Institute of Technology
  • Department of Earth and Planetary Sciences, Kyushu University
  • Department of Earth Sciences, Kumamoto University
  • Information and Communication Egineering, Tohoku Institute of Technology
  • Department of Earth and Planetary Science, University of Tokyo
  • NICT - National Institute of Information and Communications Technology, Tokyo
  • Institute of Geophysics and Planetary Physcis, University of California, Los Angeles
  • MPS - Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung
  • NASA/GSFC - Goddard Space Flight Centre

 

 

Das Grazer Team:

IWF / ÖAW, Schmiedlstraße 6, 8042 Graz, Austria, www.iwf.oeaw.ac.at