
Das ESA-Projekt "GOCE High Level Processing Facility" (HPF) stellt die wissenschaftliche Datenauswertung (Level 1B- zu Level 2-Daten) der Schwerefeldmission GOCE dar. Diese beinhaltet die Hardware-Ressourcen, die Software-Entwicklung und den operationellen Betrieb in den Auswertezentren, die vom "European GOCE Gravity Consortium" (EGG-C) geleitet werden.
Im Rahmen dieses Projekts leitet das Grazer GOCE-Team die Berechnungen einer optimalen Schwerefeldlösung mittels des "Time-wise"-Ansatzes (WP 6000).
Das dafür entwickelte operationelle Software-System besteht aus zwei Hauptkomponenten:
Quick-Look Gravity Field Analysis: Schnelle approximative Schwerefeldlösung basierend auf SGG- und hl-SST- (high-low Satellite-to-Satellite Tracking) Daten, zur raschen Analyse der Level 1B-Daten und Diagnose der Performance des GOCE-Systems parallel zur laufenden Mission.
Core Solver: Rigorose hochpräzise Lösung der großen Normalgleichungssysteme mittels paralleler Prozessierungstechniken. Der "Core Solver" beinhaltet drei Subkomponenten: den "Final Solver" zur Prozessierung der vollen SGG-Normalgleichungsmatrizen, die so genannte "Tuning Machine" (basierend auf dem pcgma-Lösungsansatz) zur Verifizierung und zum Fein-Tuning des "Final Solvers" und schließlich den "SST-Solver", der auf dem Energieintegral-Ansatz basiert.
Die entwickelten Software-Komponenten sind modular aufgebaut und ermöglichen die Untersuchung zahlreicher spezieller Aspekte, wie z.B. die Datenfilterung, die numerische Stabilität, die optimale Regelung und Gewichtung der komplementären SST- und SGG-Datensätze. Das entwickelte Software-System von WP 6000 wird mit der "Sub-Processing Facility" (SPF) an der TU Graz betrieben.
Der "Core Solver" basiert auf dem "Time-Wise"-Ansatz zur Prozessierung von SST- und SGG-Daten, maßgeschneidert für die GOCE-Mission mittels Least-Squares Ansatzes, entwickelt und implementiert auf einem Beowulf PC Cluster unter Verwendung der "Scientific Supercomputing"-Ressourcen der TU Graz. Die Parametrisierung des Schwerefeldmodells wird zumindest bis Grad/Ordnung 200 erfolgen, wobei in Abhängigkeit von der Genauigkeit der SGG-Daten als Ziel ein Modell bis Grad/Ordnung 250 vorgesehen ist. Zusätzlich wird die volle Varianz-Kovarianzmatrix zur Beschreibung der Güte der Lösung zur Verfügung gestellt.
Das IWF ist an folgenden Entwicklungen beteiligt:
