Interpretationen der Deuterium und Wasserstoff-Daten des Pioneer Venus Massenspektometers ergaben ein D/H Verhältnis das etwa 120 ± 40 mal größer ist als bei der Erde. Anhand dieser Anreicherung von Deuterium und unter der Annahme das die frühe Venus ein ähnliches D/H Verhältnis wie die Erde hatte kann man schließen dass die frühe Venus mindestens einen Wasseranteil von etwa 0.3 % des irdischen Ozeans hatte. Vor der Akretionsphase des Planeten könnte dieser Wasseranteil noch höher gewesen sein. Der gesamte Wasserhaushalt der frühen Venus hängt jedoch von unbekannten Anteilen einfallender Kometen und einer starken Wasserstoffflucht ab, ausgelöst von der jungen aktiven Sonne. Da die gegenwärtige Venus einen sehr geringen Wassergehalt aufweist, geht man davon aus, da der Planet währen der aktiven Phase der Sonne seinen Wasserhaushalt verloren hat. Wir haben zum ersten Mal Röntgenstrahlen und EUV Daten von jungen Sonnen-ähnlichen Sternen die durch die ASCA, ROSAT, EUVE, FUSE und IUE Satelliten gewonnen wurden benützt um Aufheizungseffekte der jungen Venusatmosphäre zu berechnen. Die entsprechenden Sonnenwindparameter wurden von Massenverlustbestimmungen junger Sonne-ähnlicher Sterne welche mit dem Hubble Weltraumteleskop durchgeführt wurden, erhalten.
Die Strahlungseffekte an der jungen Venusatmosphäre wurde durch die Anwendung eines Thermosphärenmodells, welches Aufheizung durch Photodissoziation, Ionisation und exothermische Reaktionen und Kühlungsprozesse durch IR-Abstrahlung von CO 2 im 15 µ m Band beinhaltet modelliert. Die Ergebnisse dieser Studie zeigen dass die frühe Venusthermosphäre aufgrund der höheren solaren XUV Strahlung viel wärmer (siehe Abb. 1) und ausgedehnt war. Die Exobasentemperatur 4.5 Milliarden Jahre in der Vergangenheit konnte bei einer ähnlichen Atmosphäre wie der Gegenwärtigen etwa 8000 K erreichen. Bei diesen Temperaturen in der oberen Atmosphäre konnten große Mengen Wasserstoff der von dissozierten Wassermolekülen stammt sehr leicht in den Weltraum thermisch entfliehen. Für die Untersuchung welcher Anteil vom schwereren und Hinterbliebenen Sauerstoff durch den Sonnenwind in den Weltraum mitgenommen werden konnte, wurde ein numerisches Testteilchenmodell angewendet und pick up Verlustraten (siehe Abb. 2) von O + errechnet. Die Resultate unserer Studie ergeben, dass abhängig von der Stärke des Sonnenwinds die frühe Venusatmosphäre O + Ionen bis zu einem äquivalenten Druck von mehr als 220 bar während der aktiven Phase der jungen Sonne in den Weltraum verloren haben könnte.
 - Abb. 1: Modellierte Temperaturprofile in einer relativ trockenen 96 % CO 2 -hältigen Venus Thermosphäre als Funktion des solaren XUV Flusses. Die kurzen horizontalen Linien entsprechen den Exobasenhöhen und die punktierte Linie entspricht der kritischen Temperatur bei der alle Wasserstoffatome in der oberen Atmosphäre dynamisch entfliehen können.
 - Abb. 2: Pick-up Verlustraten von Sauerstoffatome welche über die Lebenszeit der Venus rückwärts integriert wurden. Die strichlierte, die durchgezogene und die strichliert-punktierte Linie entsprechen den maximalen, moderaten und minimalen Sonnenwindparametern welche von Massenverlustbestimmungen junger Sonne-ähnlicher Sterne ermittelt wurden.
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