Der größte Mond des Ringplaneten Saturn trägt den Namen Titan. Und wie die Größe seiner mythologischen Vorfahren - den Giganten - andeutet, scheint die Bezeichnung Mond kaum angemessen. So ist Titan größer als die Planeten Merkur und Pluto. Wirklich einzigartig unter den Monden ist jedoch seine dichte Atmosphäre, die sogar 50% massiver ist als jene der Erde. Dick und für das sichtbare Licht undurchlässig ähnelt sie - großteils aus Stickstoff bestehend - sehr jener in der Frühzeit der Erde, als bei uns das Leben entstand. Trotz niedrigster Temperaturen um die 94 Grad Kelvin kommt es dennoch sehr häufig und intensiv zu chemischen Reaktionen, bei denen komplexe organische Moleküle erzeugt werden. Diese hängen als dunkler Smog in der Atmosphäre, eventuell regnet dieser sogar aus bis zur Oberfläche, die vermutlich zumindest teilweise von flüssigem Ethan bedeckt ist. Aus gewaltigen, plötzlich entstehenden Gewitterwolken zucken vermutlich Blitze durch den Smog, die die nötige Energie für die Reaktionen in dieser "Hexenküche" liefern können. Titan zeigt Saturn immer die gleiche Seite und ist ohne eigenes Magnetfeld dem anströmenden Sonnenwind bzw. dem Plasma im Saturnsystem direkt ausgesetzt. Einige dieser Beobachtungen lieferte uns Voyager 1, doch noch viel mehr Daten erwartet man sich von der NASA/ESA-Mission Cassini/Huygens, die seit 2004 den Saturn umkreist. Dabei wird sie ca. vier Dutzend Mal nahe an Titan vorbeifliegen. Die europäische Landesonde Huygens ist im Jänner 2005 zum Titan abgestiegen und hat faszinierende Bilder und Erkenntnisse aus einer 1,5 Mrd. km entfernten Welt geliefert. An der Mission Cassini/Huygens ist das Institut für Weltraumforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in mannigfacher Form beteiligt.
Weitere Informationen zu Titan findet man bei The Nine Planets.
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