Eine einzigartige Konstellation von Cluster (bei 14–16 RE) zusammen mit erdnahen Satelliten nahe 6.6 RE, darunter DSP TC2, Goes10 und LANL, ermöglichte die detaillierte Untersuchung von Rekonnexionsereignissen, wenn die X-Linie sich ungewöhnlich nahe der Erde (10–12 RE) befindet. Cluster befand sich in einer Konstellation mit zwei unterschiedlichen Skalen, d.h. sowohl großräumig (10000 km) als auch kleinere Skalen (1000 km) wurden beobachtet. Gleichzeitige Messungen in den Einströmungs- und Ausströmungsereichen, beide mit strömungen in Schweif- und in Erdrichtung, erlaubten die Lokalisierung der Rekonnexionsregion. Eine stationäre, quadrupolartige Verteilung der magnetischen By-Komponente im turbulenten Rekonnexions-Plasmajet erstreckte sich über mehrere Minuten weit über die Ionendiffusionsregion hinaus.
Ein lokaler, schweifwärts gerichteter Alfvén’scher Jet, erzeugt durch einen kurzen, isolierten Rekonnexionspuls, wie dargestellt in der Abbildung, wurde identifiziert. Bei diesem Ereignis befanden sich C1, C3 und C4 in der Einströmungs-Region, C2 hingegen im Ausströmungs-Bereich, d.h. im Plasmajet. Basierend auf gleichzeitigen Beobachtungen von Elektronen in den beiden Regionen und durch Verwendung der Liouville‘schen Abbildungstechnik, wird geschlossen, dass die Beschleunigung der Elektronen im Plasmajet, nachdem die Teilchen einen Potential von 180 V durchlaufen haben, konsistent mit Fermi bzw. Betatron-Beschleunigung beschrieben werden kann.
(Sergeev et al., J. Geophys. Res., 113, A07S36, doi:10.1029/2007JA012902, 2008113, A07S36, doi:10.1029/2007JA012902, 2008)
Zurück zu: Cluster-Datenauswertung Seite