Im Rahmen der Allgemeinen Relativitätstheorie (ART) ermöglicht die lokale Gleichheit von Trägheit und Schwere, gravitative Phänomene als geometrische Effekte einer nichteuklidischen vierdimensionalen Raumzeit aufzufassen. Diese Interpretation führt zu einigen, von der Newtonschen Physik abweichenden Vorhersagen, deren Nachweis in schwachen Gravitationsfeldern (wie dem der Sonne) allerdings wegen der Kleinheit der Effekte nur sehr schwer zu erbringen ist. Daher kommt den satellitengestützten Experimenten (die in möglichst störungsfreier Umgebung ablaufen) bei der Überprüfung der Vorhersagen der ART eine besondere Bedeutung zu. Außerdem gibt es neben der ART noch andere metrische Theorien, die für einige Effekte andere quantitative Werte voraussagen als die ART. Experimente im Weltraum können daher auch dazu beitragen, eine Entscheidung über die Richtigkeit konkurrierender Theorien über die Schwerkraft zu treffen.
Eine zentrale Vorhersage der ART, nämlich die Existenz gravitomagnetischer Erscheinungen, konnte bisher nicht direkt nachgewiesen werden, da ihre Beobachtung mit enormen technischen Schwierigkeiten verbunden ist. Im Rahmen des Projekts GP-C (Gravity Probe C) wird untersucht, ob die durch die Erdrotation bedingte Differenz der Periodendauer zweier in entgegengesetzten Richtungen umlaufenden Satelliten mit den heute zur Verfügung stehenden Mitteln nachweisbar ist.
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