Die Detailkenntnis des Erdschwerefeldes ist von grundlegender Bedeutung für nahezu jede Sparte der Geowissenschaften, wie zum Beispiel die Geodäsie, die Geophysik, die Ozeanographie oder die Klimatologie.
Einen Quantensprung in der Erforschung des Gravitationsfeldes unseres Planeten bedeutet die Satellitenmission GOCE (Gravity Field and Steady-State Ocean Circulation Explorer) der Europäischen Weltraumorganisation ESA, die im März 2009 gestartet wurde. Kerninstrumente von GOCE sind ein GPS-Hochleistungsempfänger zur exakten Bahnbestimmung sowie ein hochpräzises Schwere-Gradiometer, das über Beschleunigungsmessungen zweite Ableitungen des Gravitationspotentials in allen drei Raumrichtungen mißt.
Bei einer zur Zeit geplanten Missionsdauer von 20 Monaten besteht die Möglichkeit mit diesem Verfahren das Erdschwerefeld mit einer bisher noch nicht da gewesenen Genauigkeit von wenigen Zentimetern Geoidhöhe zu bestimmen.
Das Institut für Weltraumforschung ist in enger Kooperation mit dem Institut für Navigation und Satellitengeodäsie der TU Graz an der Berechnung von globalen Schwerefeldmodellen aus GOCE Beobachtungen beteiligt.
Die Auswertung der GOCE-Daten wird einen entscheidenden Beitrag zum besseren Verständnis des komplexen Systems Erde liefern, wobei das Erdschwerefeld im Mittelpunkt stehen wird.
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