27.09.2017

Neue Aufgaben für Grazer Weltraum-Forscher

27. September 2017

Im September wurden Wolfgang Baumjohann, Direktor des Grazer Instituts für Weltraumforschung (IWF) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW), und IWF-Gruppenleiterin Rumi Nakamura in zwei hochkarätige Akademien gewählt.

IWF-Direktor Baumjohann wurde am 4. September in Budapest zum Mitglied der „Academia Europaea” gewählt. Die „Academia Europaea“ ist eine europäische wissenschaftliche Gesellschaft, die im Jahr 1988 gegründet wurde. Die Mitgliedschaft wird durch Einladung an europäische Wissenschaftler nach Vorschlag einer Gutachterkommission erworben. Die Wahl wird durch den Rat der Gesellschaft bestätigt. Aktuell hat die Gesellschaft über 3500 Mitglieder unterschiedlichster Disziplinen.

IWF-Gruppenleiterin Rumi Nakamura ist seit 2011 Vollmitglied der „International Academy of Astronautics“ (IAA) und wurde nun in den Vorstand gewählt. Dieses „Board of Trustees” besteht aus dem Präsidium und Vertretern der vier Fachsektionen. Rumi Nakamura vertritt die Sektion 1, Grundlagenforschung. Die IAA wurde 1960 in Stockholm gegründet. Seither hat die IAA regelmäßig die weltweit führenden RaumfahrtexpertInnen versammelt, um aktuelle Themen der Weltraumforschung und ‑technologie zu diskutieren und der friedlichen Nutzung des Weltraums und der Erforschung des Sonnensystems eine Richtung vorzugeben.

IWF-Direktor Wolfgang Baumjohann hat eine außerplanmäßige Professur an der Ludwig Maximilians-Universität München und ist Honorarprofessor der TU Graz. Er hat auf vielen Gebieten der Weltraumplasmaphysik gearbeitet und ist gegenwärtig, teilweise federführend, in neun Satellitenmissionen involviert. Er ist (Ko-)Autor von mehr als 600 Arbeiten in wissenschaftlichen Journalen und vier Büchern und einer der meistzitierten Weltraumwissenschaftler. Er hat in vielen internationalen wissenschaftlichen Gremien und Komitees mitgearbeitet. Er ist Mitglied der ÖAW, der deutschen Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina, der Academia Europaea und der IAA, Fellow der American Geophysical Union, Träger der Österreichischen Ehrenkreuzes für Wissenschaft und Kunst I. Klasse sowie des Steirischen Großen Ehrenzeichens und Wissenschaftler des Jahres (Österreich, 2014).

Die Spezialgebiete der an der University of Tokyo graduierten Geophysikerin Rumi Nakamura sind Magnetosphäre- und Weltraumplasmaphysik. Seit 2001 lebt die gebürtige Japanerin in Österreich. Zuvor war Nakamura unter anderem bei der NASA, an der University of Nagoya und am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik in München tätig. Die Wissenschaftlerin ist an vielen internationalen Satellitenmissionen beteiligt. Am IWF leitet Nakamura die Arbeitsgruppe „Weltraumplasmaphysik“, die insbesondere die Daten der ESA-Mission „Cluster“ und der NASA-Mission „MMS“ auswertet. 2005 bekam Nakamura vom BMVIT den Titel „Forscherin des Monats“ verliehen. Im selben Jahr wurde sie mit dem in Japan vergebenen, renommierten Wissenschaftspreis „Tanakadate Award“ ausgezeichnet. 2008 wurde Nakamura zum Korrespondierenden Mitglied der IAA ernannt, seit 2011 ist sie Vollmitglied, seit 2017 im Vorstand. 2010 wurde die Wissenschaftlerin an der Universität Graz habilitiert. 2014 wurde Nakamura von der European Geosciences Union mit der Julius-Bartels-Medaille ausgezeichnet.